(Wieder) Laufen lernen – durch gesunde Schuhe

Dieses Bild zeigt den "Gobi II Ladies" von Vivobarefoot

Ist euch mal aufgefallen, dass wir einen Großteil unseres Lebens in Schuhen stecken? Und zwar nicht nur in Straßenschuhen. Kommen wir nach Hause, wechseln wir in Hausschuhe, machen wir uns auf den Weg zum Fitness, schlüpfen wir in Sportschuhe. Der einzige Ort, an dem die Schuhe im Schrank bleiben, ist meist die Couch oder das Bett.

Warum eigentlich?  An sich gibt es doch nichts Schöneres, als nach einem langen Tag die Schuhe auszuziehen. Nicht selten klagen wir dann über „dicke, schmerzende Füße“. Zu viel gelaufen oder gestanden – denkt man.

Auch ich habe das jahrelang so gemacht. Bis mir jemand von Barfußschuhen erzählt hat. Mein erster Gedanke: „Och nee, nicht diese Dinger mit einzelnen Zehen vorne dran.“ Irgendwie war dieses Thema in meinem Kopf mit super vielen Vorurteilen behaftet. Dass es mittlerweile viele verschiedenen Marken, Modelle und Auslegungen von Barfußschuhen gibt, ist an mir völlig vorbeigegangen.

Den Boden unter den Füßen spüren – trotz Schuhen

Probehalber habe ich dann einfach mal welche angezogen – und war total überrascht. Die Schuhe sahen aus wie ganz normale Sneakers. Lediglich vorne waren sie deutlich breiter, als die Schuhe, die ich bisher kannte. Und: Man konnte sie wie ein T-Shirt zusammenfalten. Es gab zwar eine Sohle, doch die war ganz schön beweglich. Beim Gehen fühlte ich jedes einzelne Steinchen unter der Sohle, jede Unebenheit im Untergrund. Nachdem ich einige Minuten lang alle drei Sekunden „Autsch“ oder „Was war das?“ durch die Gegend gequietscht hatte, merkte ich, wie anders ich laufe. Meine Zehen hatten auf einmal so viel Platz, dass ich gar nicht richtig wusste, wohin damit. Den Fuß so aufzusetzen wie bisher, fühlte sich seltsam, schon fast falsch an. Schließlich war unter meiner Ferse keine Dämpfung mehr. Es fühlte sich tatsächlich an, als würde ich barfuß über den Asphalt laufen. Bis auf die Tatsache, dass meine Füße dabei nicht dreckig wurden.

Auch einen Tag später habe ich den „Probelauf“ noch deutlich gemerkt – und zwar in Form von Muskelkater. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass man im Fuß Muskelkater haben kann. Doch meine Zehen fühlten sich an, als hätte ich damit stundenlang Yoga oder Krafttraining gemacht. Kein Wunder. Denn es gibt einen Grund, warum diese ganzen Firmen predigen, dass unsere heißgeliebten Chucks und Dog Martins ein kleines Gefängnis für unsere Füße sind: Wir Menschen sind anatomisch überhaupt nicht für solche Schuhe gemacht. Unsere Zehen werden in den Schuhkappen förmlich eingequetscht, die dämpfende Sohle sorgt dafür, dass unser ganzer Körper eine völlig falsche Haltung einnimmt. Durch die Unterstützung des Schuhs kommt es sogar dazu, dass die Fußmuskulatur und die Sehen im Fuß „verkümmern“, da sie ja nicht wirklich gebraucht werden.

Die Füße wieder arbeiten lassen
Dieses Bild zeigt den Unterschied zwischen normalen Schuhen und einem Barfußschuhh
Quelle: Vivobarefoot

Im Barfußschuh lernen unsere Füße wieder, dass wir das mit der Dämpfung ganz gut alleine können. Der dicke Zehn lernt wieder, der Dreh- und Angelpunkt unseres Körpers zu sein und für Gleichgewicht und Bewegungskontrolle zu sorgen. Die knapp 200.000 Sinnesrezeptoren unter den Füßen lernen wieder, ein Feedback zu geben. Sie liefern dem Gehirn Informationen über die Bodenreaktionskraft und die Position des Körperschwerpunktes. Das Gehirn wandelt diese Infos dann um und überträgt sie in Dinge wie die Körperhaltung oder die Geschwindigkeit. Die Fußsohle liefert dafür fast 70 Prozent der Informationen, die restlichen 30 kommen von Ohren und Augen. Und jetzt stellt euch mal vor, wie gut das funktioniert, wenn diese ganzen Rezeptoren nichts fühlen außer einer extra weichen, dick gedämpften Schuhsohle. 

Ein gutes Mittelmaß finden

Seitdem ich damals das erste Mal in die Sportschuhe von VIVOBAREFOOT geschlüpft bin, habe ich angefangen, Stück für Stück meinen Schuhschrank umzukrempeln. Sogar meinen ersten Halbmarathon bin ich in Barfußschuhen gelaufen.

Dieses Bild zeigt den "Gobi II Ladies" von Vivobarefoot
Der „Gobi II Ladies“ von Vivobarefoot ist mein neuer Barfuß-Frühlingsschuh

Das hier ist das neuste Modell, welches ich mir für den Frühling gegönnt habe. Besonders die freundlichen Farben und die dezent abgesetzte Sohle haben mir gut gefallen. Das Schöne: mit dem Schuh tut man sogar etwas für die Umwelt. Das extrem weiche, aus recycelten PET Flaschen produzierte Material bewahrt pro Paar 17 PET Flaschen vor der Mülldeponie.

Natürlich liebe ich meine Chucks nach wie vor und ziehe sie auch weiterhin an. Trotzdem versuche ich drauf zu achten, zumindest den überwiegenden Teil meiner Zeit in Barfußschuhen zu verbringen. Muskelkater habe ich dann immernoch oft, was mir zeigt, dass es noch eine ganze Weile dauert, bis ich wieder „richtig“ laufen gelernt habe. Aber ich bin auf einem guten Weg dahin.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr schonmal was von Barfußschuhen gehört und würdet ihr welche anziehen? Lasst mich das doch mal in den Kommentaren wissen;)

#heartwords

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